Wie geht man als Autor mit Kritik und schlechten Rezensionen um?

Wie geht man als Autor mit Kritik und schlechten Rezensionen um?

Wer Geschichten schreibt, möchte diese meistens auch gerne einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Doch das Problem ist, je mehr man eine Leidenschaft auslebt und diese der Welt präsentiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, nicht nur auf Akzeptanz und Bewunderung zu stoßen. Dabei ist es egal, ob du Bücher veröffentlichst, Musik produzierst, Gemälde malst oder im Reitsport unterwegs bist (uh, die Reiterszene – ein ganz kritisches Pflaster). Kritiker gibt es überall. Problematisch wird es aber erst dann, wenn diese Kritik nicht von einem Standpunkt geäußert wird, der es darauf abzielt, dich voranzubringen. Häufig wird die persönliche Meinung dazu missbraucht, um dich zu zermalmen – absichtlich oder unbewusst. Und gerade auf Social Media rückt man mit der eigenen Leidenschaft rasant ins Fadenkreuz der Kritiker.

Autorenleben: Wie gehe ich als Autor mit Kritiken und schlechten Rezensionen um?

Jeder Anfang ist schwer. Doch es bringt absolut nichts, wenn Kritik ausgesprochen wird, die dem Anfänger rein gar nichts bringt. Ich musste mir zum Beispiel nach meiner allerersten Veröffentlichung einiges anhören. Worte, die mich an allem haben zweifeln lassen und mich in dem Moment nicht zur Besserung motiviert haben. Das waren Dinge wie:

  • Potenzial ist ja da
  • Als Christ kann man so etwas nicht schreiben!
  • Sorry, aber ich konnte es einfach nicht lesen. So etwas Oberflächliches habe ich noch nie gelesen.
  • Oder freundlicher ausgedrückt: Als Testleserin eigne ich mich wohl eher weniger. Ich kann dein Buch „leider“ nicht weiterlesen.

Das sind „Kritiken“, die ich mir bei meiner Veröffentlichung von „Anleitung im Korb geben“ zu Gemüte führen musste.

Kritik tut weh – Worte haben Macht!

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass mich diese Kritiken nicht verletzt hätten oder ich sie nicht auf meine Person bezogen hätte. Ich habe an meiner Fähigkeit und meinem Talent, mir Geschichten auszudenken, gezweifelt und war kurz davor, meine Autoren-„Karriere“ hinzuschmeißen. Solche Kritiken bringen niemandem etwas.

Worte verletzen, Leute! Worte haben Macht! Man kann nicht mit ihnen einfach so um sich werfen und der Meinung sein, dass sie nichts bewirken. Hauptsache ihr habt eure Meinung kundgetan, schert euch aber nicht darum, was sie bei dem anderen auslöst!

Selbst wenn die Worte am Empfänger abprallen, rufen sie bei ihm etwas hervor. Nämlich Ablehnung. „Derjenige hat doch überhaupt keine Ahnung, was für eine Arbeit hinter der Szene gesteckt hat! Er soll sich selbst erst mal hinsetzen und versuchen ein Buch zu schreiben“.

Auch dann wird die Kritik nichts bewirken, der Autor wird nicht zur Besserung angehalten, sondern bleibt womöglich auf derselben Stelle, auf demselben Niveau stehen.

Tasse mit Kakao und Sahne gefüllt mit der Aufschrift: Please do not annoy the writer, she may put you in a book and kill you.

Und wenn der Empfänger die schlechten Worte annimmt und sie an sein Herz heranlässt, können sie schwere Schäden verursachen. Man beginnt sich und sein Talent abzuwerten und lässt es eventuell früher oder später komplett fallen.

Der Umgang mit Worten ist nicht nur in der Buchszene teils unterirdisch – Leser/Testleser/Autoren, die ihre negative Kritik an einem Buch öffentlich machen oder den Autor gar direkt anschreiben, um ihm die Meinung volle Breitseite an den Kopf zu werfen. Gerade im alltäglichen Leben höre ich immer wieder verbale Attacken, die vielleicht nicht so gemeint sind, aber dennoch abgeschossen werden wie feurige Pfeile – und dieselbe Wirkung erzielen, nämlich Verletzung. Jungen Leuten kommt so etwas wie „Bist du blöd?“ relativ häufig über die Lippen.

Gib nicht auf – schreib weiter!

Aber zurück zur Kritik an deinem Schreiben. Eine Zeit lang hat es mich heftig bewegt, dass nur schlechte Worte über die erste Version von „Anleitung im Korb geben“ verloren wurden. Heute bin ich dankbar, dass ich den Blick fürs Wesentliche zurückgewonnen und nicht aufgeben habe, sondern das Ding überarbeitet und neu herausgebracht habe. Das ist nicht selbstverständlich. Denn wegen dermaßen vernichtenden Worten haben bereits viele talentierte Schreiber ihr Handwerk aufgegeben.

Vielleicht hast du eine ähnliche Situation erlebt. Vielleicht sogar mehr als nur eine und ringst täglich damit, aufzugeben. Meine Hoffnung ist, mit diesem kurzen Artikel dir Mut zu machen. Denn ich bin der Meinung, dass Gott dir ein bestimmtes Talent nicht gegeben hat, um es in der Erde zu vergraben und dort sicher zu verwahren. Hole es heraus, nutze es und vermehre es. Das heißt, arbeite an deinem Talent, werde besser. Und setze es ein. 

„Und der die fünf Talente empfangen hatte, trat herzu und brachte weitere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben, siehe, weitere fünf Talente habe ich gewonnen."
"Wohl, [du] guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.“
Willkommen auf der Autorenseite von Mirjam-Sophie Freigang
Matthäus
25:20.21

Filtere aus den schlechten Worten die guten heraus und nutze sie als Anzünder für ein leidenschaftliches Feuer. Es ist alles eine Frage der Einstellung.

Heute darf ich mich Autorin eines wunderbaren Jugendromans nennen, den nicht nur ich gerne geschrieben und gelesen habe. Er findet auch von immer mehr jungen Lesern und junggebliebenen Erwachsenen Zustimmung. Mittlerweile steht er sogar in einigen Buchhandlungen und wandert von dort weiter in die heimischen Bücherregale.

Eine negative Kritik, mit denen viele Autoren konfrontiert werden, ist die meist kommentarlose 1-Sterne-Bewertung. Dazu gibt es hier von Elea Brandt einen sehr interessanten Artikel, den ich gerne als Ergänzung zu meinem Artikel aufführen möchte.

Wie gehst du mit Kritik um? Nimmst du sie nur an, wenn sie konstruktiv formuliert wurde?

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Mirjam-Sophie Freigang