Nur kurz leben von Catherine Strefford - eine Rezension

Die zweite Runde geht an Catherine Streffords Debüt „Nur kurz leben“, das ich als Rezensionsexemplar zugesandt bekommen habe. Ohne Erwartungen habe ich es begonnen und mit Bewunderung habe ich es beendet.

Zugegeben, ich hätte mir das Buch nicht aufgrund von Cover und Titel gekauft – beides spricht mich nicht sonderlich an. Aber meine Gleichgültigkeit sollte sich bereits ab der ersten Seite wandeln.

– unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar –

Rezensionsexemplar "Nur kurz leben" von Catherine Strefford
Postkarte mit Zitat aus Nur kurz leben

Richies Tankstellenraub und Autoklau entpuppen sich als ungewollte Entführung. Doch Leon scheint von seinem Kidnapping gar nicht so abgeneigt zu sein, weshalb sich die beiden in einen Roadtrip stürzen. Dabei steht der ungewollte Roadtrip symbolisch für die Reise, die die beiden Figuren emotional durchstehen. Immer wieder reiben sich die unterschiedlichen Charaktere aneinander, was nicht nur einmal die Funken sprühen lässt.

Die Geschichte beginnt mit sehr langsamem Tempo, die jedoch mit jeder Seite mehr Fahrt aufnimmt. Als Richie endlich bemerkt, wer sich auf der Rückbank im geklauten Wagen befindet, und das Steuer herumreißt, hat es den Leser bereits gepackt.

Das ist nicht zuletzt dem einfachen Schreibstil der Autorin zu verdanken. Die Worte auf das Nötigste abgespeckt, mögen sie hin und wieder etwas abgehakt klingen. Doch versäumt es die Autorin nicht, den Figuren ihre eigene Sprache zu verleihen. In jedem Satz ist deren Schmerz, Verwirrung und Freude zum Greifen spürbar.

Richie und Leon gehen auf ein Abenteuer, wie es gar nicht so realitätsfern sein kann. Es ist ein Aufruf, aus den selbst gesetzten Limitierungen auszubrechen. Die Aufforderung, sich nicht von den Hürden des Lebens entmutigen zu lassen. Vielmehr ist es ein Befehl, den Blick zu heben und einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Oder um es mit Leons Worten zu sagen:

„Oder du scheißt drauf und bist einfach scheiß Batman, Mann.“

Die Autorin mag keine Happy Ends – sie mag das Leben und die Menschen, in all ihren Facetten und Nuancen. Es ist ein mitreißendes und aufwühlendes Debüt, das dem Leser zum Ende hin ein Lächeln auf die Lippen malt, während er sich die letzte Träne trockenwischt.

Ein absolutes Lesehighlight, das ich innerhalb eines Tages verschlungen hatte. Wenn ich Sterne verteilen würde, gäbe es «««««

Nicht umsonst hat die Autorin den Tolino Media Newcomerpreis 2020 gewonnen! Den hat sie in der Tat mehr als verdient!

 

Buchpaket zu "Nur kurz leben" von Catherine Strefford
Das Buchpaket enthielt neben dem Buch eine persönliche Postkarte, drei weitere Postkarten, einen Flyer zum Buch, ein Informationsflyer zur Autorenwelt und einen Briefumschlag mit einer Überraschung

Hast du schon “Nur kurz leben” gelesen?

Wenn ja, wie fandest du die Geschichte von Richie und Leon?

Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen 🙂 

1 Kommentar zu „Nur kurz leben von Catherine Strefford – eine Rezension“

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Mirjam-Sophie Freigang